Seit ich 1996 ins Internet gegangen bin, war ich im Prinzip nicht mehr offline. Nun könnte man denken: “Ach, so eine nerdige, die immer nur in den PC guckt und keine Freunde da draußen in der Welt hat.” Ja, nee, eher das Gegenteil ist der Fall.

Die ersten Schritte online machte ich ja dank ganz realer plietscher Düsseldorfer Freunde, die ich bei einem ersten Online-Stadtmagazin mit Fotos und Worten von ganz realen Parties unterstützte. Das Portal gibt es schon lange nicht mehr, dank Facebook habe ich aber immer noch Kontakt mit einigen der frühen Online-Nerds. Obwohl ich schon seit 2003 nicht mehr in Düsseldorf lebe. Ohne Internet hätten wir uns sicher aus den Augen verloren.

Online habe ich auch die besten Freundinnen gefunden. Und die meisten auch behalten, obwohl mich das Leben doch einige Zeit durch die Weltgeschichte hat ziehen lassen. Aus der Zeit, in der ich meine Kinder geboren habe und nebenbei ein Elternforum hochgezogen habe, sind zum Beispiel ein paar wirklich tolle Frauen übrig geblieben. 2002 haben wir als junge Mütter virtuell bei jeder Wehe mitgefiebert, bis alle unsere Sonnenkinder und später deren Geschwister auf der Welt waren. Wir trafen uns mit unseren Männern und Babies alle paar Monate in einer anderen Stadt, alle brachten was Großartiges zu essen mit, und wir verlebten eine tolle Zeit miteinander, obwohl wir teils hunderte Kilometer auseinander wohnten.

Online beim Aufwachsen zugesehen

Die Sonnenkinder 2002 sind herangewachsen, ihre großen Geschwister haben bereits die Schulen abgeschlossen, sind in Ausbildung, studieren oder arbeiten, und die ersten haben sogar schon eigene Kinder. Und die meisten unserer Kids sind ebenfalls heute online, und wir konnten sie so heranwachsen sehen, selbst wenn es unser Babyforum auch schon lange nicht mehr gibt.

Und weil wir alle noch mehr oder weniger in Kontakt stehen, können wir uns auch immer noch helfen, wenn es brennt: Eine aus unserer Online-Mütter-Clique, Nicole, hat im Februar eine Leetchi-Kampagne für den Sohn einer anderen aus der Online-Mütter-Clique, Gundel, gestartet und ich habe dann dafür diesen Aufruf losgeschickt:

The Power of Networking

Und es zündete! Ich habe mich so sehr über die Resonanz gefreut! Ohne das Internet hätten wir niemals so schnell so viele Leute erreichen können! Über die Leetchi-Kampagne sind 4.197,65 Euro an Kleinspenden zusammen gekommen, eine Riesensumme! Und auch kleine und mittelständische Unternehmen haben echt große Beträge locker gemacht!

Und doch war mir irgendwann klar: Wenn wir jetzt nicht nochmal richtig Gas geben, dann wird es nicht reichen. Also haben Malte und ich unsere Kameras geschnappt und die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, als Til mit seinen WCMX-Leuten im Skate Bowl in Hamburg-Wilhelmsburg trainiert hat, und haben zwei kurze Filme gedreht, um ihn Euch richtig vorstellen zu können:

Und noch ein Film mit ein wenig mehr Hintergrundinformationen über Tils spezielle Anforderungen.

Das Vertrautheitsphänomen

Das Großartige: Wir hatten uns zu diesem Zeitpunkt schon Jahre nicht mehr “live” gesehen, doch dank Facebook und Instagram ist immer diese große Vertrautheit geblieben – auch mit und unter den Kindern. Und das, obwohl die sich das letzte mal getroffen haben, als alle gerade eingeschult waren.

Auch hier half das Internet, dass niemand “fremdelte” – alle gingen aufeinander zu, als würden sie sich ständig sehen! Tun sie ja auch, irgendwie…

Lange Rede, tiefer Sinn: Danke an alle Internetmöglichmacher!

Was ich damit sagen will: Ohne das Internet, das heute auch so oft verteufelt wird, wäre das alles nicht möglich gewesen. Es wäre nicht mal entstanden. Und wenn Ihr die Kids heute “ständig” in ihre Smartphone “glotzen” seht, dann vergesst mal die Vorstellung, dass die stumpf in einem Tunnel vor sich hin daddeln. Die meisten pflegen nämlich den Kontakt zu ihren Freunden in der sehr realen Welt. Und machen das Beste daraus!

Ihr wollt wissen, wie das ganze jetzt ausgegangen ist? DAS erzählt Til Euch am besten selbst 😉