Es begab sich an einem kalten Tag im Winter 2014, an dem ich mich plötzlich auf einer Rennstrecke in Südspanien wiederfand. Ich hatte eine Einladung zu einem geheimnisvollen und aufregenden Event erhalten, von dem ich Euch später noch etwas erzählen werde.

An dieser Stelle möchte ich Euch nur die Fotos zu zeigen, die dort nebenbei entstanden sind. Um den Audi R8 sollte es für mich nämlich eigentlich gar nicht gehen. Die eiligen PS-Schlitten standen da wegen eines anderen Events rum und warteten auf ihren Einsatz. Und da es nicht so oft vorkommt, dass soviele der gut 180.000 Euro teuren Boliden irgendwo herumstehen, hab ich ein paar Fotos gemacht. Nichtsahnend.

Am nächsten Tag auf die Strecke

Die UVEX-HelmeDenn am nächsten Tag folgte die Überraschung: Weil die da gerade so herum standen, begab es sich, dass auch meine Besucher-Gruppe in den Genuss kam, mit diesen Traumautos eine Runde auf dem Ring zu drehen. Ausgestattet mit Balaclava (so heißen diese feuerfesten Sturmmasken) und einem Rennhelm ging es zunächst in Kolonne hinter einem Pacecar her auf den Ring.

Ich fuhr mit einem jungen Mann mit, der außerhalb des Fahrzeugs noch einen souveränen Eindruck gemacht hatte. Der am Steuer des 550 PS starken Sportwagens dann aber plötzlich etwas verkrampft aussah. Er ließ den Motor aufheulen (beeindruckend, wirklich), und machte dann erst mal einen Riesensatz nach vorn. Gott sei dank hatte das Fahrzeug vor uns schon 20 Sekunden Vorsprung.

“Hey, alles klar?” fragte ich vorsichtig nach. Aufgeregt plapperte der Gute dann in einem schwer verständlichen Englisch mit deutlich italienischem Akzent los, dass er erst seit drei Wochen seinen Führerschein hätte, und dass das hier alles total “amazing” sei. Ich sagte nichts mehr. Ich betete, während das Auto kraftvolle, von vernehmlichem Röhren begleitete Hüpfer hinter dem Vordermann und dem Pacecar her machte und der Italiener glückselig vor sich hinpalaverte.

Fahr Du mal…

In irgendeiner Kurve hieß es dann aussteigen und den Ausführungen unseres Instrukteurs, Ex-Audi-Rennfahrer Marco Werner,  folgen. Scheitel, Kurvenführung, Hütchen beachten, Kurven schneiden, Dynamik, Bremsen, Tipps, wie man nicht im Kiesbett landet… Ich habe nicht viel behalten, außer, dass ich auf die Hütchen achten sollte. Da ich an meinem Leben hing und auch selbst noch fahren wollte, schickte ich den aufgeregten Italiener dann alleine in seine erste Runde und schaute vom Rand aus zu.

Nach der ersten Runde bekamen die Fahrer nochmal Tipps zur Fahrweise und durften noch eine Runde Gas geben, bis das Pacecar sie ausbremste und es in die Abkühlrunde ging – für Fahrer und Bremsen.

Erstaunlicherweise überlebte der junge Italiener seine Runden, und ließ es sich auch nicht nehmen, bei mir mitzufahren. Ich kann mich an keine Details erinnern, aber der Sound, die Kraft, und das Gefühl diese 550 PS unter Kontrolle zu haben, das ist ein Erlebnis, das nur sehr schwer zu beschreiben ist. Ich fühle auch heute noch, wie ich in den Sitz gedrückt wurde, der mich buchstäblich zu umarmen schien. Wie ich mich deshalb mit dem Fahrzeug verbunden fühlte, jede Bewegung mitgehen konnte, wie der R8 auf den kleinsten Lenkradeinschlag präzise reagierte, wie er auf der Straße klebte… hachz.

Beste Performance

Nach meiner ersten Runde schloss ich auf die wartenden R8 auf. Ich beobachtete, wie der Instrukteur von Fahrzeug zu Fahrzeug lief und eindringlich und gestikulierend auf sie einredete. Dann machte er sich auf dem Weg zu uns. Und lief vor dem Auto zum Rand der Rennstrecke, ohne ein Wort mit mit zu wechseln. Der junge Italiener redete auf mich ein: “Ooooh, you drove very very well. Boss has no suggestions for improvement!!”

Ha!

Okay, vermutlich bin ich aber auch von allen Teilnehmern einfach am harmlosesten gefahren 😉
Wir genossen noch eine zweite Runde auf dem Cicuito Ascari, und selbst die Abkühlrunde machte noch Spaß. Ja, in Zeiten von Tempolimit-Diskussionen ist es schwer vernünftig und sachlich zu argumentieren, wenn man einmal ein solches Auto selbst fahren durfte… das gebe ich zu. Aber wie mein Sohn zu sagen pflegt: Yolo!

Eindrücke vom Audi R8 V10 in Ascari
Und Achtung, sowas wie Werbung!

Achtung, jetzt kommt ein Leser-Service, der sich als unbezahlte Werbung tarnt: Ich wurde gefragt, ob man auch in den Genuss kommen kann, so eine Driving Experience auf der Rennstrecke im Audi R8 zu erleben, wenn man kein Blog hat – oder im Lotto gewonnen. Man kann: Audi bietet verschiedene Driving Experiences an, und eben auch mit dem R8: Informiert Euch hier. Und gönnt Euch 😉